Praktikumsbericht zum 30. Praktikum der Denkmalpflege auf der Burgruine Döben/Grimma

Vom 21. bis zum 24. August 2026 fand das 30. Praktikum zur Denkmalpflege diesmal aus schulorganisatorischen Gründen etwas verkürzt statt. Damit setzten die Schülerinnen und Schüler die 1996 begonnene Tradition fort, die schon kurz nach dem Beginn dauerhafte Unterstützung durch das Pegasus-Programm des Sächsischen Staatsministeriums für Kultus fand. Dieses Programm unterstützt mit seinen Prämien solche Schulen, die ein Denkmal „adoptieren“ – also ein Denkmal durch ihre Arbeit erhalten und erforschen.

Teilnehmer Döben 2026

Unterstützt wurden die Gymnasiasten durch ehemalige Schüler, die in Vorjahren schon als Schüler teilgenommen hatten. Zwei der diesjährigen Unterstützer waren schon beim ersten Praktikum 1996 dabei, ein anderer Ehemaliger zeigte sich als Archäologe als besonders sachkundig. Mehrere ehemalige Vereinsvorsitzende des „AG Geschichte Georgius-Agricola-Gymnasiums Glauchau e.V.“ fanden wegen des Jubiläums genauso den Weg nach Döben wie die langjährigen betreuenden Lehrkräfte Frau Nagel und Herr Schrapps.

Hauptaufgabe war diesmal die grundlegende Beseitigung des Wildwuchses, der große Flächen der Ruine nach einem Jahr wieder in Beschlag genommen hatte.

Bei Praktikumsende war jedem deutlich, welche Massen an Wildwuchs durch alle beseitigt worden waren.

Ehemalige widmeten sich der Zone der sichtbaren Kellergewölbe, die ebenfalls zugewuchert waren und befreiten auch diese von trotz großer Trockenheit gewachsenen Pflanzen und machten auf diese Weise die Handwerkskunst der mittelalterlichen Erbauer wieder sichtbar.

Ein Riesenhaufen Grün lag danach auf dem Burgplatz.

Fein säuberlich getrennt wurden die abgesägten Birkenstämme gelagert, die wir für das Brotbacken und das Lagerfeuer nutzen konnten.

Erschwert wurde die Arbeit dadurch, dass ergiebiger Dauerregen die Arbeiten auf dem Gelände unmöglich machte und die Übernachtung in den Zelten erschwerte. Die Schüler zogen samt Zeltinventar in den Speiseraum – genannt Malztenne – um.

Beim gemeinsamen Frühstück und dem Mittagessen  wurden täglich die Ergebnisse der Arbeit und Ziele der heutigen Tätigkeit besprochen.

Wie in jedem der 30 Praktika erkannten die Gymnasiasten die Tätigkeiten der Menschen des Mittelalters, die mit ihren deutlich geringeren technischen Möglichkeiten es sogar geschafft hatten eine Burganlage zu errichten, als bedeutend an.

Doch auch andere Fertigkeiten erlernten die Jugendlichen. Für das Abendbrot wurden Zwiebel- und Sonnenblumenkernbrote geknetet, Salate, Kräuterbutter und Tzaziki selbst hergestellt.

Der vor vielen Jahren auch durch Schülerinnen und Schüler gebaute mittelalterliche Lehmbackofen wurde geheizt und die Brote schließlich darin gebacken.

Hier gab es auch intensive Arbeiten zum Schutz des Backofens, so wurde der Übergang Dach – Esse repariert, die Esse zum Teil neu mit Lehm verschmiert.

Dann fand der Arbeitstag am Grill und am Lagerfeuer in der Gruppe immer ein würdiges Ende mit vielen Gesprächen.

Bei der Abreise konnte festgestellt werden, dass viel geschafft wurde, dass das Gelände wieder deutlich als Ruinenfläche erkannt werden konnte und an vielen Stellen eine Begehbarkeit wieder möglich war. Gemeinsame Arbeit hatte viel bewirkt!

30 Jahre Döben